Die Farben des Schattenjungen

Ein zarter Junge kann durch einen Verlust, den er erlebte, die Farben nicht mehr sehen. Die Welt erscheint ihm nur noch in Grautönen. Mit Hilfe seiner vier Stiefbrüder macht er sich auf die Suche, die Farben wiederzufinden. Jeder der vier Brüder erzählt ihm eine Geschichte, mit deren Hilfe er sich und die Farben wiederfindet.

Um diese Suche rankt sich das Eurythmie-Stück der 12. Klasse der Freien Waldorfschule Itzehoe. Die Vorbereitungen reichen weit zurück, denn die Geschichte ist von mehreren Schülern der 12. Klasse selber geschrieben worden. Die Idee der Klasse war es, diese vier Farben mit den vier Elementen Feuer, Luft, Erde und Wasser und den vier Menschentypen cholerisch, melancholisch, sanguinisch und phlegmatisch zusammenzubringen. Aus dieser Idee entstanden mehrere kurze Geschichten, die dann zu einem Ganzen zusammengefügt wurden. So entstand ein eigenes Stück, das den Entwicklungsweg des Schattenjungen beschreibt.

Um solch ein großes Projekt auf die Beine zu stellen, bedarf es einer langen Vorarbeit. Gleich nach den Sommerferien begannen die ersten Proben. In kleinen oder auch größeren Gruppen, je nach der Geschichte, wurden die verschiedenen Bilder angelegt, während die anderen Schüler sich der Mathematik widmeten. So probten wir jeden Tag von Montag bis Freitag in verschiedenen Konstellationen und zwar nicht nur im regulären Unterricht, sondern auch in den Mittagspausen. Es entstanden Formen, Gesten und Laute, die sich in die Geschichte hinein woben. Es wurde an Musikstücken geübt, die unserer Geschichte Gefühl und Klang verliehen und sie sichtbar machten. Wir lernten, unseren Körper zum Instrument zu machen, auf dem es galt, in vielfältiger Weise zu spielen. Innere und äußere Beweglichkeit wurde entwickelt. Wer glaubt, dass Eurythmie leicht ist, irrt sich. Viele Bewegungsabläufe werden miteinander verbunden, stehen aber immer auch mit den Mit-Eurythmisierenden im Zusammenhang. Der Raum besteht nicht nur aus den Personen, die sich in ihm bewegen. Auch alle Raumesrichtungen vorne, hinten, rechts und links haben eine eigene, andere Qualität.

Ab dem 17. Februar gehen wir in die Intensivproben. In diesen drei Wochen werden wir an der Ausarbeitung unserer Geschichte noch intensiver arbeiten.

Wir wollen Ihnen unseren Eurythmie-Abschluss gerne am Donnerstag und Freitag 5./6. März 2020 um 20:00 Uhr und am Samstag, 7.3.2020 um 17:00 Uhr zeigen.

Wir freuen uns sehr auf Ihr Kommen.

Helen Jordan

Bild: „Eurythmie“ by fognin1 is licensed under CC BY-NC 2.0