In Gedenken an Peter Stark

Unser lieber und geschätzter Kollege Peter Stark (16.05.1954 – 19.01.2016) ist am 19. Januar 2026 von uns gegangen und ich möchte mit Ihnen und Euch noch einmal in Gedanken bei ihm sein.

Peter prägte als Lehrerpersönlichkeit unsere Schule von Anfang an. 1988 kam er mit seiner Familie an unsere neu gegründete Waldorfschule nach Itzehoe. Hier half er mit seiner Tatkraft und seinem Elan führend mit, die Schule aufzubauen und sie überhaupt erst mit pädagogischem Leben zu erfüllen. Peter war im Unterricht genau das, was ein Klassenlehrer einer Waldorfschule sein sollte: fröhlich, freiheitsliebend, den Schülern zugewandt und voller Ideen. Alle genossen seinen Unterricht. Es war sogar oft so, dass ganze Trauben von Kindern auf dem Schulhof um ihn herum jauchzten, lachten und versuchten ihm auf den Rücken zu klettern.

Peter sah und würdigte alle Schüler und nahm sie in seinem Herzen und in seinen Gedanken mit sich. Er wollte die jungen Menschen verstehen, jeden einzelnen von ihnen, und den richtigen Weg für sie finden. Das kam nicht von ungefähr, denn Peter kam aus einer Familie, die tief verbunden war mit der Waldorfpädagogik. Als Kind lebte er in Südamerika, wo sein Vater in einer Reihe von Waldorfschulen als Lehrer tätig war. Dieser Lebensabschnitt prägte ihn tief, denn der Beruf des Vaters führte ihn durch viele Stationen, schwere und leichte, mit vielen ganz unterschiedlichen Eindrücken. Später als Erwachsener, ging er nach England, zunächst 1972 nach Aberdeen, wo er an der Camphill Schule von Karl König eine heilpädagogische Ausbildung machte. Dann folgte Bristol. In dieser Zeit hat er nicht nur als Lehrer gearbeitet, er hat diesen Beruf, das Land und die englische Sprache lieben gelernt.

Zurück in Deutschland, lernte er seine Ehefrau Christina kennen. In Stuttgart absolvierten beide gemeinsam das Waldorf-Lehrerseminar.

Am Ende kam die Familie nach Itzehoe, bauten in der Nähe der Schule ein Haus, lebten zusammen mit ihren vier Kindern in enger Verbundenheit mit der Schule.

Für mehr als dreißig Jahre war Peter Stark Klassenlehrer und Englischlehrer an unserer Schule. Seine wunderbaren Klassenspiele, wie „Das Haus in Montevideo“ oder „Emil und die Detektive“, sind uns in unauslöschlicher Erinnerung. Sein unkonventioneller Chemieunterricht ist Legende, noch immer erzählen wir uns, die ehemaligen Kollegen davon. Ein Spruch wurde mir kolportiert: „Dort wo es knallt und jemand schreit, sind Peters Experimente nicht mehr weit.“

Nach seiner Pensionierung im Jahr 2020 konnte Peter sich ganz seiner Familie widmen und er tat dies mit der gleichen Liebe und Fürsorge, die für ihn immer kennzeichnend war.

Für uns alle, vor allem für seine Schüler, werden seine Fröhlichkeit, seine Fantasie und seine wunderbaren Geschichten, die er zu erzählen wusste, unvergesslich bleiben und in den Herzen weiterleben.

Marianne Flämig-Müller