DigitalPakt Schule – es wird ernst

Fünf Milliarden Euro des Bundes werden bis 2024 in die Entwicklung der Medienkompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler investiert. Künftig soll jede Schülerin und jeder Schüler zum Ende ihrer / seiner Schulzeit folgende Kenntnisse, Kompetenzen und Fähigkeiten erworben haben:

  1. Analysieren und Reflektieren
  2. Schützen und sicher Agieren
  3. Problemlösen und Handeln
  4. Suchen, Verarbeiten und Aufgefahren
  5. Kommunizieren und Kooperieren
  6. Produzieren und Präsentieren

Die Finanzmittel dienen ausschließlich der Installation und dem Ausbau der digitalen Infrastruktur der Schulen. Die Kosten für Wartung und Lehrerfortbildung tragen die Schulträger.

Gemäß Königsteiner Schlüssel erhalten Schleswig-Holsteins Schulen ca. € 170 Mio. Pro Schüler können somit durchschnittlich € 390 ausgeschüttet werden. Hiervon fließen 10 % der Mittel in regionale und länderübergreifende Projekte, die auch von Bundes- und Landesverbänden der Waldorfschulen initiiert und durchgeführt werden können.

Der erste Entwurf der Förderrichtlinien für Schulen der dänischen Minderheit, für Ersatzschulen und für Pflegeschulen wurde am 2. Oktober 2019 im Bildungsministerium Vertretern der Schulen in freier Trägerschaft vorgestellt. Die Anhörungsfrist endet am 15. November 2019. 

Nach Veröffentlichung der Förderrichtlinien können Schulträger ihren individuellen Medienbildungsplan, der neben einem technisch-pädagogischen Konzept auch einen Plan für die Lehrerfortbildung umfasst, beim Ministerium einreichen. Dieser dient als Grundlage für Anträge zur Bezuschussung

  1. der Vernetzung aller pädagogisch genutzten Räume mit LAN und/oder WLAN,
  2. der Installation stationärer Geräte zur digitalen Präsentation und schließlich
  3. der Investition in digitale Endgeräte besonders im technisch / naturwissenschaftlichen Bereich.

Dabei soll das Lehren und Lernen in der digitalen Welt dem Primat des Pädagogischen folgen – oder einfach ausgedrückt: die Kreidetafel wird dem Whiteboard nicht weichen.

Der Bund der Freien Waldorfschulen befasst sich seit geraumer Zeit mit der Entwicklung von Medienmündigkeit im Kontext der Waldorfpädagogik und hat 2017 in Kooperation mit der „Aktion mündige Schule“ (AmS) die Schrift „Struwwelpeter 2.0“ veröffentlicht. Diese äußerst interessante Handreichung wird uns in den kommenden Wochen und Monaten bei der Definition eines eigenen Medienbildungsplans gute Dienste leisten.

Jürgen Beckmerhagen

(Bild: „#Digitalpakt (Deutsche Twitter Trends am 30.01.2019)“ by trendingtopics is licensed under CC BY 2.0 )